Veilchen-Sorbet

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Veilchen-Sorbet

Viola Odorata

Sisis Lieblingseis

Im 19ten Jahrhundert herrschte ein riesen Veilchen-Hype in Europa.

Man fand Veilchen auf Porzellan, auf Kleidung, Tapeten, Geschirr, Essbesteck, als modisches Accessoire, natürlich in der Parfum-Industrie aber vor allem in der Kulinarik. Europa, insbesondere Frankreich sowie das Habsburgergereich, wurde von einer wahren „Veilchen-Duft-Welle“ überrollt.

Ein absoluter Renner waren kandierte Veilchen, Veilchenzucker und das von der Österreichischen Kaiserin Elisabeth, kurz Sisi, so geliebte Veilchen-Sorbet.

In meinem Buch findet ihr ein großartiges Rezept für ein „ich kann nicht aufhören zu schlecken“-Veilchen-Parfait. Ein spitzen cremiges Eis mit Schlagobers und Eiern. Das hätte Sisi bestimmt vom Hocker gerissen … Aber natürlich gibt es im Buch noch viele andere Veilchen-Rezepte: vom pink-farbenem Sirup über kandierte Veilchen, gefrostetet Veilchen, Veilcheneiswürfel und und und …

 

Veilchen-Sorbet

Heute möchte ich euch die Wildes Wien Variante von Sisis Veilchen-Sorbet vorstellen. Sie schmeckt einfach großartig und ist zu alledem überaus einfach herzustellen. Und was ist ein Sorbet überhaupt? Sorbets wie das klassisches Zitronen-Sorbet werden stets aus Fruchtsaft und Zucker hergestellt. Beim Veilchen-Sorbet ist es ein durch die Veilchen „beduftetes“ Zuckerwasser. Manchmal werden Sorbets auch aus Wein oder Champagner gefertigt. So oder so, die Masse wird stets tiefgekühlt und immer wieder gerührt, so dass man eine möglichst cremige Konsistenz erreicht. Sorbets sind übrigens von jeher vegan. Und was den Champagner anbelangt – ich finde den trinkt man besser pur dazu oder aber gießt ihn über das fertige Sorbet … Majestätisch!

 

Zutaten

  • 300 ml Wasser (1/3 kann durch fruchtigen Weißwein oder Rosé ersetzt werden)
  • 150 g Zucker
  • Etwa 2 Handvoll Duftveilchen
  • Saft einer halben Zitrone
  • Wenn gewünscht 1 Eiklar (damit fällt der Vegane Aspekt jedoch weg…)

 

Wie

1. Duftveilchen und Zucker in ein hohes Gefäß geben. Mit lauwarmen Wasser übergießen. Warum lauwarm? Bei warmen Wasser löst sich der Zucker leichter. Heißes Wasser würde zu viele der guten Duftstoffe zerstören. Und genau die wollen wir ja…

2. Mit einem Pürierstab alles kurz aufmixen. Das hat den Vorteil, dass sich die Duftstoffe schneller lösen. Wer keinen solchen Zauberstab hat, lasst die schwimmenden Veilchen einfach über Nacht baden.

3. Jetzt habt ihr die Wahl: Wollt ihr die Blüten im Eis, oder wollt ihr es ganz „clean“. Wenn ja, die pürierten Blüten mittels Sieb abfiltern.

4. Jetzt wirds magisch! Einfach den Zitronensaft in die Flüssigkeit gießen. Kurz umrühren. Der vorher blaugraue Veilchensirup wird pink.

5. Die Flüssigkeit tiefkühlen, Immer wieder mit einer Gabel oder einem Schneebesen durchrühren. Es geht darum, dass die großen Eiskristalle zerkleinert werden. Desto öfter ihr rührt, desto cremiger wird das Sorbet. Ich habe nach einer Stunde das erste mal gerührt.

6. Wer es nicht vegan und extra cremig mag: Sobald das Eis leicht zu gefrieren anfängt, das zart aufgeschlagene Eiweiß dazu geben. Den übrig gebliebenen Dotter könnt ihr bei einer Wiener Eierspeis verbraten.

Vor dem Servieren eventuell noch einmal aufrühren.

 

Tipp:

Als Zierde ein paar frische Veilchen-Blüten auf das Sorbet streuen. Wer es ganz chic haben will, gibt noch ein paar kandierte Veilchen dazu. Einfach kaiserlich!

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